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GRUPPENAUSSTELLUNG, ARTIST RESIDENCY & WORKSHOPS

20.09. – 13.11.2026 »We Return as Rain, and Even Stones Begin to Bloom« mit Adesuwa Aighewi, Adama Delphine Fawundu, Jessica Horn, Mónica de Miranda & Pascale Obolo

Mónica de Miranda, »The Island (A Ilha)«, 2022, HD Film, 37:30 Min., Courtesy: die Künstlerin (Film Still)

Mit dem interdisziplinären Ausstellungsprojekt »We Return as Rain, and Even Stones Begin to Bloom« setzt M.Bassy 2026 die Forschung zu panafrikanischen Kunst- und Wissenspraktiken fort und widmen sich dezidiert den panafrikanischen Stimmen, Visionen, Erinnerungen und Zukunftsvorstellungen von Künstlerinnen vom afrikanischen Kontinent und aus der afrikanischen Diaspora und würdigt ihr künstlerisches Schaffen als Akte weiblicher Weltgestaltung, des Widerstands und des kollektiven Werdens. Die Werke von Adesuwa Aighewi (1988, USA/Nigeria/Thailand), Adama Delphine Fawundu (1971, USA/ Äquatorialguinea/Sierra Leone) und Mónica de Miranda (1976, Portugal/Angola) erzählen von Beziehungen, Handlungen und Wissen jenseits patriarchaler, weißzentrierter und kolonialer Gesellschaftssysteme und verstehen Fürsorge, Gesten des Beistands und des Mitfühlens, der Gemeinschaft, Naturverbundenheit und spirituelle Anbindung als politische Stärken. Sie verbinden historische und gegenwärtige Erfahrungen von Diaspora, Genderhoheiten und Intersektionalität mit der Forderung nach Selbstbestimmung, Inklusion und dekolonialen Realitäten.

Durch installative-, Video- und Text-basierte Arbeiten öffnet die Ausstellung bei M.Bassy  dem Publikum einen Raum für Narrationen, Kenntnisse und Rituale, die auch heute noch  – und zunehmend leider wieder mehr – marginalisiert werden. Es geht um ein ganzheitliches und matriarchales Wissen, das für die Imagination und das Entwerfen von dekolonialen, solidarischen und friedlichen Welten – nicht nur auf dem afrikanischen Kontinent, sondern auch in Europa bzw. in der Diaspora – entscheidend ist. Die Ausstellung wird ergänzt durch ein Begleitprogramm aus einer Künstlerresidenz von Adesuwa Aighewi, die zur Eröffnung anwesend sein wird, und zwei BIPoC-Workshops #1 & 2, die sich je in einem intimen Rahmen mit intersektionalen panafrikanischen Denken und der Notwendigkeit eines damit verbundenen sozial engagierten, feministischen und künstlerischen Aktivismus beschäftigen werden, geleitet von der feministischen Aktivistin, Autorin, Dichterin und Beraterin für Frauenrechte Jessica Horn (1979, Großbritannien/Lesotho/Kenia) sowie von der Filmregisseurin, Kuratorin und Redakteurin Pascale Obolo (1967, Kamerun/Frankreich).

Teilnehmende Künstlerinnen:

Adesuwa Aighewi

Adesuwa Aighewi (*1988 in Minnesota, USA) ist eine interdisziplinär arbeitende Künstlerin und Gründerin von Legacy.World, einer Design-Forschungsinitiative, die sich mit Handwerk, kulturellem Erbe und Wertschöpfung durch Mode, materielle Kultur und Storytelling auseinandersetzt. Ausgehend von Feldforschungen in Afrika und Asien verbindet ihre künstlerische Praxis traditionelle Handwerkstechniken mit zeitgenössischem Design und wissenschaftlichen Forschungsmethoden, um zu untersuchen, wie kulturelles Wissen neue wirtschaftliche und kreative Möglichkeiten hervorbringen kann. In ihrer künstlerischen Praxis, in der sie mit Textilien, Silber, Bronze, Fotografie und Film arbeitet, untersucht Aighewi die Beziehungen zwischen Arbeit, Identität und Luxus und dokumentiert zugleich die menschlichen Geschichten, die in Objekten eingeschrieben werden. Ihr aktuelles Werkprojekt Legacy.World begreift Mode als Plattform für kulturellen Austausch, materielle Innovation und die Bewahrung lebendiger Traditionen.

Adama Delphine Fawundu

Adama Delphine Fawundu (*1971 in Brooklyn, New York, USA) ist eine visuelle Künstlerin der ersten Generation mit Wurzeln in Sierra Leone und Äquatorialguinea in Westafrika. Sie ist Mitautorin und Herausgeberin des viel beachteten Buches »MFON: Women Photographers of the African Diaspora«, das Arbeiten von mehr als 100 Fotografinnen afrikanischer Herkunft aus aller Welt versammelt. Fawundu war zudem in der viel beachteten Netflix-Dokumentation »In Our Mother’s Garden« unter der Regie von Shantrelle P. Lewis zu sehen. Zu ihren Auszeichnungen und Förderungen zählen unter anderem das Guggenheim Fellowship, das CatchLight Fellowship, das Rema Hort Mann Artist Grant sowie ein Fellowship der New York Foundation for the Arts. Sie erwarb ihren MFA an der Columbia University. Fawundu hat öffentliche Installationen u.a. im Prospect Park in Brooklyn und in der Federal Hall in New York City realisiert. Ihre Einzelausstellungen und Performances wurden unter anderem im Utah Museum of Fine Arts in Salt Lake City, USA; im Newark Museum of Art, USA; bei Art@Bainbridge, Princeton University, USA; in der Penumbra Foundation in New York City, USA: im Miller Theater der Columbia University, USA; im Wadsworth Atheneum Museum of Art in Hartford, USA; im Museum of the African Diaspora in San Francisco, USA; im African American Museum in Philadelphia, USA sowie im Harvey B. Gantt Center for African-American Arts & Culture in Charlotte, USA gezeigt. 2026 veröffentlichte Fawundu ihre erste Monografie »Praise House« bei Archive Books. Zudem erschien ihr Künstlerinnenbuch »In Search of the Spirit House«, herausgegeben von Express Newark und Project for Empty Space. Zu den Biennalen, an denen sie teilgenommen hat, zählen die 36. São Paulo Biennale in Brasilien, die 1. Malta Biennale sowie die 12. Ausgabe der Bamako Encounters Photography Biennial in Mali. Ihre Arbeiten befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Brooklyn Museum of Art, USA; des Museum of African Contemporary Art Al Maaden-Marrakech in Marokko; des Newark Museum of Art, USA; des Utah Museum of Fine Arts in Salt Lake City, USA; des Portland Museum of Art, USA; des Princeton University Museum, USA; des Bryn Mawr College, USA; der Brooklyn Historical Society, USA; des Norton Museum of Art in West Palm Beach, USA; des David C. Driskell Center der University of Maryland, USA sowie der Petrucci Family Foundation in Asbury, USA und in weiteren privaten Sammlungen.

Mónica de Miranda

Mónica de Miranda (*1976 in Porto, Portugal) ist eine bildende Künstlerin, Filmemacherin und Forscherin angolanischer Herkunft. Ihre interdisziplinäre, forschungsbasierte Praxis setzt sich kritisch mit den Schnittstellen von Politik, Geschlecht, Erinnerung, Raum und Geschichte auseinander. Ihr Werk umfasst Zeichnung, Installation, Fotografie, Film und Sound und bewegt sich an den Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion. Dabei untersucht sie Strategien des Widerstands, Geografien des Affekts, kritische Fabulation und Ökologien der Fürsorge. Mónica de Miranda ist Gründerin und künstlerische Leiterin von Hangar (seit 2014), einem Kunst- und Forschungszentrum in Lissabon, Portugal. Die Programme von Hangar schaffen Räume, in denen Künstler:innen, Kurator:innen und Forscher:innen – insbesondere aus dem Globalen Süden – gemeinsam arbeiten, Wissen entwickeln und soziale sowie kreative Netzwerke aufbauen können, die ihren Communities zugutekommen. Ihre Arbeiten wurden international in zahlreichen Ausstellungen und Biennalen präsentiert, darunter die 13. Ausgabe der 1-54 Contemporary African Art Fair in London; die 6. Kochi-Muziris Biennale in Indien; die 16. Sharjah Biennial in den Vereinigten Arabischen Emiraten; die 1. Malta Biennale, die 3. Lagos Biennial in Nigeria; die 6. Lubumbashi Biennale im Kongo; die 12. Berlin Biennale; die 12. Dakar Biennale im Senegal; die 5. Casablanca International Biennale in Marokko; Bamako Encounters – 13th African Biennial of Photography in Mali; die 14. Architekturbiennale in Venedig, Italien; BIENALSUR 2021; das Houston FotoFest in den USA (2022) sowie die 18. Ausgabe der Fotografia Europea in Reggio Emilia, Italien. 2024 vertrat Mónica de Miranda den portugiesischen Pavillon auf der 60. Biennale von Venedig mit dem Projekt »Greenhouse«. Ihre Einzel- und Gruppenausstellungen fanden unter anderem in folgenden Institutionen statt: Kochi-Muziris Biennale, Kochi, Indien; Somerset House Courtyard, London, Großbritannien; Sharjah Biennial, Vereinigte Arabische Emirate; Wexner Center for the Arts, Ohio, USA; PhotoIreland, Dublin, Irland; Caixa Cultural, Rio de Janeiro, Brasilien; Bildmuseet, Umeå, Schweden; Kadist Art Foundation, Paris, Frankreich; Calouste Gulbenkian Foundation, Lissabon; MUCEM, Marseille, Frankreich; Royal Museum for Central Africa, Tervuren, Belgien; MAAT, Lissabon; MUAC, Mexiko-Stadt, Mexiko; Barbican, London, Großbritannien; Autograph, London, Großbritannien; Frac des Pays de la Loire, Nantes, Frankreich; Uppsala Art Museum, Schweden; MNAC, Lissabon, Portugal sowie am Camões Cultural Institute in Luanda, Angola u.a. Sie erhielt das Soros Arts Fellowship (2024) und das La Caixa Foundation Fellowship (2022). 2024 wurde sie mit dem Turin Photography Award ausgezeichnet und für den Louis Roederer Photography Award for Sustainability nominiert.

Pascale Obolo

Pascale Obolo (*1967 in Jaunde, Kamerun) ist Filmregisseurin, Forscherin, Kuratorin, Aktivistin und Künstlerin. 2005 veröffentlichte sie ihren Debütfilm »Calypso at Dirty Jim’s«, eine Hommage an Calypso und Trinidad, der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, darunter 2006 beim International Pan-African Film Festival in Cannes und beim African Diaspora Film Festival in New York. 2008 produzierte sie den Kurzfilm »La Femme invisible«. Ihr erster abendfüllender Film war 2011 ein Dokumentarfilm über Calypso Rose. Obolo ist Chefredakteurin des Kunstmagazins Afrikadaa sowie Gründerin und Leiterin der African Art Book Fair (AABF), einer unabhängigen Publikationsmesse, die sich auf praktische Kompetenzen im Bereich des Editierens und Publizierens konzentriert und einzigartige, qualitativ hochwertige Publikationen aus Ländern des Globalen Südens unterstützt. Zudem ist sie Mitglied des Akademischen Rats der Kunsthochschule auf der Insel Réunion. Als Aktivistin hinterfragt Obolos Arbeit Archive und Erinnerung und widmet sich Themen wie Identität, Exil, Trauma, Unsichtbarkeit und Rassismus. Ihre Forschung konzentriert sich auf unterschiedliche Formen der Wissensvermittlung sowie auf dekoloniale Pädagogiken in künstlerischen und aktivistischen Kontexten. In ihren Arbeiten untersucht sie Archive anhand der Konstruktion historischer Narrative aus postkolonialer Perspektive. Dabei beschäftigt sie sich mit visuellen und kulturellen Repräsentationen politischer und wirtschaftlicher Geschichte und arbeitet mit Fotografie, Video und Performance. Im Zentrum ihrer aktuellen Forschung stehen Sammlungspolitiken von Museen im Zeitalter der Globalisierung sowie die Möglichkeiten einer Dekolonisierung institutioneller Praktiken.
 

Jessica Horn

Jessica Horn (*1979 in Großbritannien) ist feministische Aktivistin, Autorin, Dichterin und Beraterin für Frauenrechte mit ugandischem und malischem Hintergrund. Sie wuchs in Lesotho und Fidschi auf. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen die Rechte von Frauen, körperliche Selbstbestimmung und die Freiheit von Gewalt sowie der Aufbau afrikanischer feministischer Bewegungen. Darüber hinaus ist sie eine führende Persönlichkeit im Bereich der Philanthropie. Jessica Horn wurde von der Zeitschrift ARISE als eine afrikanische Frau ausgezeichnet, die gesellschaftlichen Wandel vorantreibt, und von Applause Africa als eine der „40 African Changemakers under 40“ gewürdigt. Von 2015 bis 2020 war sie Direktorin für Programme beim African Women’s Development Fund. 2021 wurde sie zur Regionaldirektorin des Ostafrika-Büros der Ford Foundation ernannt und hatte diese Position bis 2025 inne. Horn war als Beraterin für verschiedene philanthropische Initiativen und Frauenrechtsorganisationen tätig, darunter Mama Cash, Urgent Action Fund-Africa, Comic Relief, das Knowledge Building and Mentoring Program der Conflict, Security & Development Group am King’s College sowie die Zeitschrift Development. Sie ist Gründungsmitglied der Arbeitsgruppe des African Feminist Forum. Ihre Analyse der Praxis afrikanischer feministischer Bewegungen von der Unabhängigkeit bis in die Gegenwart findet sich in ihrem Buch »African Feminist Praxis: Cartographies of Liberatory Worldmaking« (2025) bei Sage Als aktivistische Dichterin nutzt Horn Lyrik, um Menschenrechtsverletzungen zu thematisieren und sich mit dem Konzept der revolutionären Liebe auseinanderzusetzen. 2009 erhielt sie für ihr Gedicht »They have killed Sizakele« den IRN FannyAnn Eddy Poetry Award. 2001 gewann sie für »Dis U.N: For Rwanda« den Sojourner Poetry Prize, der von June Jordan vergeben wurde. Außerdem ist sie Autorin des Gedichtbands »Speaking in Tongues« (2006) bei Mouthmark. Derzeit ist sie als Senior Research Fellow bei der Moleskine Foundation in Mailand tätig.
 
 

Eröffnung: 19.09.2026, 19 Uhr, mit Adesuwa Aighewi

Bitte reservieren via: reservation@m-bassy.org
 
M.Bassy e.V., Schlüterstraße 80, 20146 Hamburg
Laufzeit: 20.09. – 13.11.2026, Öffnungszeiten: Do - So, 14 – 18 Uhr
 
Begleitprogramm: BIPoC-Workshop #1 & 2 mit Jessica Horn und Pascale Obolo (Termine und weitere Informationen werden in Kürze bekannt gegeben!) 
 
Wir danken der Behörde für Kultur und Medien in Hamburg und der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS für ihre Förderung und Unterstützung des Projektes.