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Oktober 2020 – Artist in Residence
Moussa Sarr

M.Bassy freut sich den Künstler Moussa Sarr (*1984) aus Marseille für ein Artist in Residence-Programm in Kooperation mit dem Goethe-Institut Marseille und dem Centre Photographique Marseille, unterstützt von der Behörde für Kultur und Medien Hamburg, zu Gast zu haben.

Moussa Sarr verleibt sich in seiner künstlerischen Praxis Symbole, Zeichen, Gesten und Codes ein, die historisch, national und soziokulturell aufgeladen sind: Flaggen, Embleme, Figurationen, Hymnen. Sie erzählen von Konstruktionen von Heimat, Nation und Zugehörigkeit, bilden Mythen und Legenden um Heldentum und Überlegenheit. Sarr entlarvt sie als Phantasmen, aus denen anhaltende rassistische Vorurteile wachsen. Der Künstler bedient sich der Allegorien auf ironische Weise, verhandelt sie provokativ und humorvoll durch das Performen mittels des eigenen Körpers vor der Kamera. Dabei projiziert er tiefsitzende Phobien, die für den Betrachter nur schwer zu halten sind, da sie anhaltende rassistische Taboos offenbaren. In metamorphosen Rollenspielen hinterfragt er Dualismen von Täter und Opfer, Leben und Tod, Gewalt und Verletzlichkeit, Schwarz und Weiß, um den konstruktiven Elementen der eigenen Identität näher zu kommen.

Im Frühjahr 2021 wird der Künstler noch einmal für weitere zwei Wochen bei M.Bassy zu Gast sein und im Anschluss mit der in Hamburg lebenden und arbeitenden Künstlerin Hoda Tawakol (*1968), die im Austausch eine Künstlerresidenz am Goethe-Institut Marseille verbringen wird, eine gemeinsame Ausstellung realisieren.

La grande dévoreuse, performance, Villa Medici, 2018

Moussa Sarr

Moussa Sarr wurde 19984 in Ajaccio Korsika geboren. Er lebt und arbeitet heute in Marseille. Sein Oeuvre umfasst neben Performances, Videoarbeiten, Installation und Fotografie, ebenso malerisch-zeichnerische sowie skulpturale Werke. Er studieren an der Toulon School of Fine Arts sowie an der Fresnoy - Studio national des arts contemporains, wurde 2011 von der BJCEM (Biennale des Jeunes Créateurs de l'Europe et de la Méditerranée, Thessaloniki, Greece) eingeladen, erhielt 2012 den Voup de Coeur Mécènes du Sud Prize (Marseille), war 2016 Finalist des Meurice Prize for Contemporary Art und präsentierte sein Werk 2017/18 in der Villa Romana in Florenz und 2018 in der Villa Medici in Rom. Seine Arbeiten sind in internationalen Institutionen und Sammlungen vertreten wie im Centre Pompidou (Paris), Maison Européenne de la Photographie (Paris), Musée des Beaux-Arts d'Arras, FNAC - Fond National d'Art Contemporain (Paris), Collection Lambert (Avignon) und der Collection François Pinault.