
Wir freuen uns auf einen besonderen Abend mit der preisgekrönten Fernseh- und Hörfunkjournalistin, Bürgerrechtlerin und Autorin Zeinab Badawi, die aus London bei M.Bassy zu Gast sein wird. Im Rahmen einer Lesung aus ihrem Buch »An African History of Africa: From the Dawn of Humanity to Independence« (2024) und eines anschließenden Talks eröffnet sie neue Perspektiven auf die vielschichtige Geschichte des afrikanischen Kontinents – jenseits jener Narrative, die über Jahrhunderte von Weißen Historiker:Innen, Missionar:innen und Kolonialist:innen geprägt wurden. Stattdessen rückt Badawi afrikanische Quellen ins Zentrum ihrer Erzählung. Über einen Zeitraum von mehr als sieben Jahren reiste sie durch Afrika, besuchte Museen und bedeutende historische Stätten und führte Gespräche mit Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen – darunter Wissenschaftler:innen, Museumsleiter:innen, Vertreter:innen der Zivilgesellschaft, Politiker:innen und Nachfahr:innen früherer Machthaber:innen.
Die Veranstaltung ist Teil unserer 2026 Lyrik- und Literaturreihe »Dreams Don't Flow in Square Houses« (Träume fließen nicht in quadratischen Häusern), die ausgewählte Wortdichter:innen, Poet:innen und Autor:innen aus der afrikanischen Diaspora nach Hamburg einlädt. Die Reihe reflektiert afro-diasporische Schreibkunst, Poesie und Literatur als sozial engagierte Kunstpraktiken, die dominante Narrative hinterfragen, das Imaginieren gemeinsamer Welten fördern und Zusammengehörigkeit stärken. Die titelgebende Metapher impliziert, dass starre, westliche Denk- und Gesellschaftsstrukturen die Freiheit des Denkens, des Handelns und der Kunst behindern. Sie steht für den Anspruch der Reihe, Dicht- und (Song-)Schreibkunst als fluide, freie, kritische und künstlerische Prozesse zu begreifen, aus denen gesellschaftliche Transformation entspringt und durch die rassistische und unterdrückerische Systeme aufgebrochen werden können. Bei jeder Veranstaltung tauchen wir in einen intimen künstlerischen Dialog mit unseren Gästen über die verbindende Kraft von Worten und Lyrik ein, erkunden Stimmen, Texte und Bedeutungen und diskutieren die Zwischenräume von Kreativität, Verletzlichkeit, Würde, Gemeinschaft und Solidarität innerhalb einer gemeinsamen afro-diasporischen Geschichte.
Zeinab Badawi
Zeinab Badawi wurde 1959 im Sudan geboren. Im Alter von zwei Jahren zog ihre Familie nach Großbritannien. Sie erwarb einen Bachelorabschluss mit Auszeichnung an der Universität Oxford, an der sie heute Ehrenmitglied ist, sowie einen Masterabschluss in Geschichte des Nahen Ostens mit Auszeichnung an der SOAS University of London. Neben ihrer langjährigen Karriere im Rundfunk, zu der unter anderem die 20-teilige BBC-Fernsehserie über die Geschichte Afrikas gehört, die heute auf YouTube unter dem Titel »The History of Africa with Zeinab Badawi« verfügbar ist, sowie Sendungen wie HARDtalk, bekleidet Badawi zahlreiche weitere Positionen. Sie ist unter anderem Präsidentin der SOAS University of London und Mitglied der hochrangigen Expert:innengruppe der Africa-Europe Foundation sowie von The Royal Foundation of the Prince and Princess of Wales und des Royal Opera House. Darüber hinaus gehört sie den Beiräten von Afrobarometer und MINDS – dem Mandela Institute for Development Studies – an. Sie ist Mitglied des Rates des britischen Arts, Humanities and Research Council, der International Crisis Group und der Mo Ibrahim Foundation. Zuvor war sie Mitglied der Vorstände des British Council und der National Portrait Gallery. Auf Ernennung der Königin gehörte sie dem Vorstand von Historic Royal Palaces an. Außerdem war sie Vorsitzende der Royal African Society und hatte zahlreiche weitere Ämter inne. Im Jahr 2025 gründete Badawi gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der sudanesischen Diaspora in Großbritannien die Organisation Humanitarian Action for Sudan (HAS), um Zivilist*innen zu unterstützen, die vom Konflikt im Sudan betroffen sind. Sie ist Vorsitzende der Organisation.
Zeinab Badawi wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter als Broadcaster of the Year von der Association of International Broadcasters, mit dem Sir Brian Urquhart Award für herausragende Verdienste um den internationalen Journalismus und die Vereinten Nationen, der President’s Medal der British Academy für ihre Verdienste um den internationalen Rundfunk und die Frauenbildung, dem Lifetime Achievement Award der Royal African Society für ihre Verdienste um Afrika sowie dem italienischen Verdienstorden Order of the Star of Italy für ihr Engagement für die italienische Oper. Zudem erhielt sie mehrere Ehrendoktorwürden. Ihr Buch »An African History of Africa« erschien im April 2024 und wurde unmittelbar zum Bestseller. Es erreichte Platz eins der Sunday Times-Bestsellerliste für gebundene Sachbücher. Das Buch wurde in 13 Sprachen übersetzt und wird im britischen Bildungssystem als Lehrmaterial eingesetzt. Es stand auf den Shortlists für die Auszeichnungen British Book of the Year und Nero Book Awards. Eine Ausgabe für Kinder soll 2027 erscheinen. Zeinab Badawi hat vier Kinder.
@thezeinabbadawi
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18.12.2026, 19 Uhr: »Dreams Don't Flow in Square Houses« #3 - Lesung & Talk mit Zeinab Badawi
Ort: M.Bassy e.V., Schlüterstraße 80, 20146 Hamburg
Eintritt: 15,00 € (für Studierende, Schüler oder Arbeitslose: 5,00 €)
Sprache: Englisch
Bitte reservieren via: reservation@m-bassy.org
Wir danken der Abteilung Literatur der Behörde für Kultur und Medien in Hamburg für die finanzielle Unterstützung der Reihe.
