19.6.2026, 19 Uhr »Imaginal Worldmaking: Collective Frequencies« mit Azekel, Adom Getachew, Bisrat Negassi, & Minna Salami u.a.

Verbringt mit uns einen Abend voller Sonic Experience und gemeinsamer Erkundungen von alternativen Erzählungen von Worldmaking. Wie stellen wir uns Zukünfte jenseits der Grenzen der Gegenwart vor? Welche Geschichten, Klänge und Formen des kollektiven Denkens können aus Praktiken des Verlernens, der Dekolonialität und der radikalen Vorstellungskraft entstehen? Wie können wir neue Welten nicht nur erträumen, sondern aktiv in die Realität umsetzen?
In einem Dialog von Klang und Gedanken schafft die Veranstaltung einen Raum, in dem künstlerischer Ausdruck und kritische Reflexion gemeinsam überlieferte Wissenssysteme hinterfragen und neue Möglichkeiten für ein globales Zusammenleben erkunden. Der Abend, der mit einer musikalischen Performance des nigerianisch-britischen Singer-Songwriters Azekel beginnt, öffnet ein Gespräch zwischen Adom Getachew, Bisrat Negassi und Minna Salami über die Quellen, Visionen und Praktiken des Entwerfens alternativer Welten. Inspiriert von antikolonialen Traditionen, Afrofuturismus, indigenen Praktiken und feministischen Ansätzen zur Wissensproduktion regt die Veranstaltung dazu an, gemeinsam darüber nachzudenken, wie Erzählungen, die von Kolonialismus, Kapitalismus, Nationalismus und überlieferten hegemonialen Strukturen der Ausbeutung geprägt sind, weiterhin unsere soziale und politische Vorstellungskraft formen – und wie sie überwunden werden können.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation von M.Bassy e.V. und dem Imaginal Worldmaking Studio, unterstützt vom Hamburg Institute for Advanced Study (HIAS) und dem Global Policy Institute der Durham University
Teilnehmende Künstler:innen, Denker:innen & Kulturakteur:innen:

Azekel
Azekel wurde in Abuja, Nigeria, geboren und zog im Alter von fünf Jahren nach London. Als Ältester von vier Brüdern wuchs er in East London auf und blieb tief in den reichen Traditionen seines nigerianischen Erbes verwurzelt; die Kultur und Musik der Yoruba – darunter Legenden wie Fela Kuti und Sunny Ade – prägten seine Kindheit. Diese Verbundenheit mit seinen Wurzeln ist in seiner Musik allgegenwärtig und verschmilzt nahtlos mit den vielfältigen Einflüssen, die er im pulsierenden kulturellen Schmelztiegel Londons aufnahm. Von elektronischen Beats und Rock-Riffs bis hin zu Hip-Hop und Grime – Azekels Sound ist ein einzigartiges Gewebe, das aus den vielen Fäden seiner Erfahrungen gewebt ist. Seine Liebe zu Soul und R&B, kombiniert mit seiner Faszination für nigerianischen Funk und Jazz, führte dazu, dass er seinen unverwechselbaren Stil entwickelte. Azekels Live-Auftritte haben das Publikum weltweit in ihren Bann gezogen, mit herausragenden Shows an legendären Veranstaltungsorten wie dem Southbank Centre, dem Barbican und dem Victoria & Albert Museum in London sowie auf internationalen Bühnen wie ART X LAGOS, den Filmfestspielen von Cannes und gemeinsam mit Kokoroko im Fonda Theatre in Los Angeles und beim ersten SXSW London. Seine Zusammenarbeit mit Yves Saint Laurent hat seinen Status als kulturelle Ikone weiter gefestigt; zuletzt trat er bei der Preisverleihung des hoch angesehenen Woolmark Prize auf, der die herausragendsten aufstrebenden Modetalente aus aller Welt ehrt und unter dem Vorsitz von Donatella Versace mit Ib Kamara als künstlerischem Gastdirektor stand. Azekel erweitert konstant musikalische Grenzen und entwickelt sein Werk weiter, das Sound, Kunst und Kultur miteinander verbindet.

Adom Getachew
Adom Getachew ist Professorin für Politikwissenschaft und „Race, Diaspora & Indigeneity“ an der University of Chicago. Sie ist Autorin von „Worldmaking after Empire: The Rise and Fall of Self-Determination“ (2019) und gemeinsam mit Jennifer Pitts Mitherausgeberin von „W. E. B. Du Bois: International Thought“ (2022). Als Teil eines vierköpfigen Kuratorenteams kuratierte sie die Ausstellung »Project a Black Planet: The Art and Culture of Panafrica« und war Mitherausgeberin des begleitenden Katalogs. Derzeit arbeitet sie an einem zweiten Buch über die intellektuellen Ursprünge und politischen Praktiken des Garveyismus. Ihre öffentlichen Beiträge erschienen in der Boston Review, Dissent, Foreign Affairs, der London Review of Books, der Nation, der New York Review of Books und der New York Times.

Minna Salami
Minna Salami ist eine nigerianisch-finnische und schwedische Autorin und Kulturkritikerin und war zuvor Senior Fellow und Programmvorsitzende am THE NEW INSTITUTE in Hamburg. Sie ist Autorin von »Can Feminism Be African?: A Most Paradoxical Question« (Harper Collins, 2025) und »Sensuous Knowledge: A Black Feminist Approach for Everyone« (Bloomsbury, 2020), das in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Sie war Creative Director des Kurzfilms »Black Feminism and the Polycrisis«, der 2024 mit einem Lovie Award ausgezeichnet wurde. Als führende Stimme des zeitgenössischen Feminismus hat sie über eine Million Leserinnen und Leser auf ihren mehrfach preisgekrönten Blog MsAfropolitan.com gelockt. Derzeit schreibt sie »Kaleido: The Europatriarchy Files«, eine Publikation, die aufzeigt, was andere an unserer Zeit übersehen. Ihre Essays sind in der Financial Times, im Guardian, im Ideas Letter und bei Project Syndicate erschienen, und sie hält regelmäßig Vorträge auf Plattformen wie TEDx, an der Yale University, bei der Europäischen Kommission und an der Singularity University der NASA. Minna ist Vollmitglied des Club of Rome, Responsible Leader der BMW Stiftung und sitzt in den Beiräten der African Feminist Initiative sowie der Cambridge Studies in Public Humanities and Feminist Studies und im Rat des Royal Institute of Philosophy.
19.6.2026, 19 Uhr: Performance & Panel Diskussion mit Azekel, Adom Getachew & Minna Salami
Ort: M.Bassy e.V., Schlüterstraße 80, 20146 Hamburg
Bitte reservieren via: reservation@m-bassy.org
