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AUSSTELLUNG & TALK

4.6. – 3.7.2026
»Gwendolyn Phillips: A Brownie Hawkeye«

Gwendolyn Phillips, self‑portrait

Die Einzelausstellung »Gwendolyn Phillips: A Brownie Hawkeye« wird von M.Bassy in Kooperation mit Julia Phillips kuratiert und widmet sich dem Werk und Leben der Fotografin Gwendolyn Phillips, die 1947 in Pittsburgh, Pennsylvania, USA geboren wurde und als erste weibliche Schwarze Fotografin festangestellt bei der Los Angeles Times arbeitete. In den 1960er- und 1970er-Jahren baute sie ein bemerkenswertes fotografisches Portfolio auf, das Porträts von Künstlerinnen, Musikerinnen und Persönlichkeiten wie Aretha Franklin, Joseph Beuys, Romare Bearden und den Jackson Five umfasst. Ihre Arbeiten reichen von Dokumentarfotografie bis hin zu künstlerischen Porträts und spiegeln die sozialen Umbrüche und politischen Spannungen jener Zeit wider. Im Zuge der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und der wachsenden Spannungen in den USA beschloss Gwendolyn Phillips, sich in Europa niederzulassen. 1972 zog sie nach Hamburg, wo sie u.A. für das Zeit Magazin arbeitete, und ihr eigenes Fotostudio betrieb. Ihr umfangreiches Archiv wurde hier über vier Jahrzehnte lang in einem Keller gelagert und geriet weitgehend in Vergessenheit. Die Ausstellung präsentiert Fotoarbeiten mit persönlichen Dokumenten und audiovisuellen Beiträgen und stellt sie in den Kontext aktueller Diskurse rund um Feminismus, Schwarze Perspektiven in der Fotografie und diasporische Narrative.

GWENDOLYN PHILLIPS

Gwendolyn Phillips wurde 1947 in Pittsburgh, Pennsylvania, geboren und wuchs in Chicago und später in Inglewood, Kalifornien, auf. 1968 kam sie als Fotografin zum West Magazine der LA Times, wo sie schließlich Kollegen vom Zeit Magazin Hamburg kennenlernte. Sie wurde eingeladen, nach Hamburg zu ziehen und für die Zeit zu arbeiten, was sie von 1972 bis 1974 tat. Anschließend kehrte Phillips in die USA zurück und verbrachte drei Jahre in New York City, wo sie für verschiedene internationale Publikationen arbeitete, darunter Der Spiegel, das Essence Magazine, das Ms. Magazine und das Time Magazine. 1978 zog sie dann zum zweiten und letzten Mal nach Hamburg. Phillips heiratete im Jahr 1980 und bekam 1982 ihre erste Tochter, gefolgt von ihrer zweiten Tochter im Jahr 1985. Die letzten Fotos, an deren Aufnahme sie sich erinnert, waren von ihren Kindern um 1989. Phillips lebt in Eimsbüttel, Hamburg.

JULIA PHILLIPS

Julia Phillips wurde 1985 in Hamburg geboren, wo sie aufwuchs und die Kunsthochschule besuchte. 2013 zog sie nach New York City und 2018 nach Chicago, um am Department of Visual Arts der University of Chicago zu unterrichten. Julia Phillips arbeitet vorwiegend im Bereich der Bildhauerei und interessiert sich seit langem für die fotografische Laufbahn und das Archiv ihrer Mutter. Das erste Scannen eines kleinen Teils des Archivs ihrer Mutter erfolgte 2016 und wurde von ihrem Partner Casey Lurie wiederaufgelebt, der es schließlich 2025 aus dem Keller eines Freundes holte, um es neu zu ordnen.

Julia Phillips hatte Einzelausstellungen im MoMA PS1 in New York, USA sowie im Kunstverein Braunschweig und war auf der Whitney Biennial 2024; der 10. Berlin Biennale; der New Museum Triennale und der 59. Venedig Biennale vertreten. Ihre Arbeiten wurden in Gruppenausstellungen u.a. im Museum Brandhorst in München; im Museum of Fine Arts in Boston, USA; im Museu de Arte de São Paulo, Brasilien und im Studio Museum in Harlem, USA gezeigt. Ihre Arbeiten befinden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, darunter das Museum MMK für Moderne Kunst in Frankfurt; das Museum of Modern Art New York, USA; das Whitney Museum of American Art, USA und das Moderna Museet in Stockholm, Schweden. Julia Phillips hat kürzlich ihre erste Auftragsarbeit für den öffentlichen Raum mit dem Titel »Observer, Observed« für die New Yorker High Line fertiggestellt und ihre erste Monografie »Energy Exchange« bei Mousse Publishing Milan veröffentlicht. Die Schwerpunkte ihrer künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeit sind Psychoanalyse, Körper und Verkörperung (Embodiment), Choreographie, afrodeutsche, afroamerikanische und afroatlantische Kultur. Derzeit befindet sich Phillips in der Forschungs- und Entwicklungsphase einer groß angelegten Multichannel-Videoinstallation mit dem Titel »Pentasomnia«. Sie lässt sich vom Unterbewusstsein inspirieren und befasst sich mit zwischenmenschlichen Beziehungen, cross-race Dynamiken, Vielfalt und Machtkämpfen in Institutionen unter Verwendung von Elementen des Surrealismus und der Schwarzen und psychoanalytischen Symbolik. 2024-25 war sie Fellow am HIAS – Hamburg Institute for Advanced Study.

6.6.2026, 19 Uhr: Artist Talk mit Gwendolyn Phillips & Julia Phillips
Bitte reservieren via: reservation@m-bassy.org

M.Bassy e.V., Schlüterstraße 80, 20146 Hamburg
Laufzeit: 4.6. - 3.7.2026, Öffnungszeiten: Do – So, 14 – 18 Uhr

Die Ausstellung ist Teil der Triennale Expanded im Rahmen der 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026:
2026.phototriennale.de/triennale-expanded

Wir danken der 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026 für Ihre Förderung des Projektes sowie dem Referat Interkultureller Kulturaustausch der Behörde für Kultur und Medien Hamburg für ihre finanzielle Unterstützung.