22.11. – 20.12.2026
»Hoda Tawakol: Body & Soil«

M.Bassy widmet diesen Winter 2026 der in Hamburg ansässigen Künstlerin Hoda Tawakol die Einzelausstellung »Body & Soil«. 1968 als Tochter ägyptischer Eltern in London geboren, wuchs Tawakol überwiegend in Paris auf, bevor sie später ihr Diplom in Bildender Kunst an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg erwarb. Ihrem Werk liegt eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit diasporischer Identität, Geschlechterrollen, Matriarchat und dem Körper als Ort der Erinnerung und Transformation zwischen physischem und ätherischem Wissen zugrunde, wo materielle und immaterielle Formen des Wissens aufeinandertreffen.
Eigens für die Ausstellung entsteht eine Goddess aus Textil, Vlies, Keramik und Objekten. Inspiriert von altägyptischen Traditionen des göttlichen Weiblichen symbolisiert die Goddess Schöpfung, Schutz, Erneuerung und Verwandelung. Durch diese zeitgenössische Verkörperung des Weiblichen untersucht die Skulptur die Verbundenheit von Körper, Natur und Kosmos und regt zum Nachdenken über die schöpferische Kraft des Lebens an. Zu ihr gesellen sich die für Tawakol so typischen textilen Mixed-Media Skulpturen: puppenhaften »Mummies« und eine humanoide »Lure«, die sich in zwei spezifisch für die Räumlichkeiten entwickelten Wandinstallationen einfügen. Diese stofflichen Palmenhaine bietet den Figuren und Körpern in der Ausstellung einen metaphorischen Zwischenort der Fürsorge, Anbindung und Verwurzlung.
Die Palme – ein wiederkehrendes Motiv in Tawakols Werk – steht für ihre vererbte Verbindung zu Ägypten, einem Ort, den sie mehr aus familiären Erinnerungen als aus eigener Erfahrung kennt. Verwurzelt in einem Blick aus der Diaspora, bewegt sich ihr Werk im Raum zwischen den Kulturen, wo Zugehörigkeit nicht durch eine einzige Heimat, sondern durch vielfältige Geschichten und mütterliche Abstammungslinien formuliert wird. Die Künstlerin wurde von drei verschiedenen Frauen – ihrer Mutter, ihrer Großmutter und ihrem Kindermädchen – auf zwei Kontinenten großgezogen. Diese Erfahrungen prägen ihr Verständnis von Weiblichkeit und Mutterschaft als ein Mosaik aus kulturellen Traditionen, Erwartungen und überlieferten Erinnerungen. Inspiriert von ihren „drei Müttern“ setzt Tawakol ihre Auseinandersetzung mit Heimat, kultureller Hybridität und weiblicher Ahnenlinie in ihrer ebenso bei M.Bassy präsentierten Videoarbeit »My Mothers« sowie in einem neu für diese Ausstellung produzierten filmischen Werk fort.

Hoda Tawakol
Hoda Tawakol ist eine bildende Künstlerin, die in Hamburg lebt und arbeitet. Sie wurde 1968 in London als Tochter ägyptischer Eltern geboren, wuchs sowohl in Frankfurt als auch in Paris auf und absolvierte 1993 ihren MBA in Internationalem Management an der EAP-ESCP in Paris, Oxford und Berlin. Von 2006 bis 2011 studierte Tawakol an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Professor Andreas Slominski. 2010 erhielt sie das Leistungsstipendium des deutschen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung. Im Jahr 2022 war sie Artist in Residence am Goethe-Institut in Marseille. 2024 erhielt sie ein Publikationsstipendium von der Stiftung Kunstfonds mit dem sie ihre erste Monografie »Some Ties Linger On« (Kerber Verlag) realisierte.
Die Arbeiten von Hoda Tawakol wurden in zahlreichen Institutionen und Galerien in Deutschland ausgestellt, darunter in der Schirn Kunsthalle Frankfurt; im Georg Kolbe Museum in Berlin; im Museum Gunzenhauser in Chemnitz; in der Weserburg Museum für moderne Kunst in Bremen; im Kunstverein Hamburg; im Kunsthaus Hamburg; in der Produzentengalerie Hamburg und in Berlin sowie in der Galerie Sfeir-Semler in Hamburg und Beirut, Libanon. International war ihre Kunst darüber hinaus im SAMOCA in Riad, Saudi-Arabien; im Mathaf: Arab Museum of Modern Art in Doha, Katar; in der Gallery Isabelle in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate; in der Villa Romana in Florenz, Italien sowie im Museum for Art in Wood in Philadelphia, USA zu sehen. Ihre Werke befinden sich u.a. in folgenden Sammlungen: der Salama bint Hamdan Al Nahyan Foundation (SHF), Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate; der Dubai Culture & Arts Authority Collection, Vereinigte Arabische Emirate; der iSelf Collection, London, UK; der Naila Collection; The Progressive Art Collection, USA; Open Space Contemporary, Istanbul, Türkei und London, UK; der Sammlung Haus N, Kiel; der Sammlung des Weserburg Museum, Bremen sowie im öffentlichen Raum im Rahmen von Chemnitz 2025 – Kulturhauptstadt Europas.
Eröffnung: 21.12.2026, 19 Uhr, mit einem Artist Talk mit Hoda Tawakol
Bitte reservieren via: reservation@m-bassy.org
M.Bassy e.V., Schlüterstraße 80, 20146 Hamburg
Laufzeit: 22.11. – 20.12.2026, Öffnungszeiten: Do - So, 14 – 18 Uhr
Artist Workshop (Termin folgt!)
Wir danken der Henry Moore Foundation henry-moore.org, der Liebelt-Stiftung, Hamburg und der Behörde für Kultur und Medien, Hamburg für ihre großzügige Förderung und Unterstützung des Ausstellungsprojektes.
